Deutscher ZEW-Index stärkt Euro-Ausblick
🇩🇪 Deutscher ZEW-Index: Könnte er den EUR/USD unterstützen? Akhtar Faruqui – FXStreet
Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) wird am Dienstag um 10:00 Uhr GMT seinen Index der Konjunkturerwartungen für Deutschland sowie den Index der aktuellen Lage veröffentlichen.
Erwartet wird, dass der Index der Konjunkturerwartungen für Deutschland im November auf 40,0 steigt – nach 39,3 im Oktober. Der Teilindex der aktuellen Lage dürfte sich ebenfalls verbessern, von -80,0 auf -77,5.
Für die Eurozone wird ein Anstieg des Konjunkturerwartungsindex auf 23,5 prognostiziert, gegenüber 22,7 im Vormonat.
Sollten die ZEW-Daten den Erwartungen entsprechen, könnte das Währungspaar EUR/USD Unterstützung finden und seine Abwärtsbewegung begrenzen. Händler achten zudem auf die anstehenden deutschen Inflationsdaten – insbesondere den Verbraucherpreisindex (VPI) und den harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) für Oktober –, um die geldpolitischen Aussichten der Europäischen Zentralbank (EZB) besser einschätzen zu können.
Der Euro könnte zusätzliche Unterstützung finden, da die Erwartungen an die nächsten Schritte der EZB vorsichtig bleiben. Die meisten Analysten gehen davon aus, dass die EZB die Zinssätze vorerst unverändert lässt, da die wirtschaftliche Entwicklung stabil ist und die Inflation nahe am Ziel liegt. Der Geldmarkt preist derzeit nur eine 40%ige Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung bis September 2026 ein.
🇺🇸 US-Dollar stärkt sich im Zuge politischer Entwicklungen Unterdessen hat sich der US-Dollar angesichts wachsender Zuversicht über die Beilegung des Regierungsstillstands gefestigt. Der US-Senat verabschiedete mit 60 zu 40 Stimmen ein Finanzierungsgesetz und beendete damit faktisch den 41-tägigen Shutdown. Acht Demokraten schlossen sich den Republikanern an, um das Gesetz an das Repräsentantenhaus weiterzuleiten.
Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts notiert der US-Dollar-Index (DXY) bei etwa 99,60 und zeigt damit vorsichtigen Optimismus.
Anleger warten außerdem auf neue Signale der US-Notenbank (Fed). Laut dem CME FedWatch Tool liegt die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung um 25 Basispunkte auf der Dezember-Sitzung bei 62,4 %, wodurch die Zielspanne auf 3,50 %–3,75 % fallen würde.
Das Währungspaar EUR/USD handelt derzeit nahe 1,1560 und zeigt eine bärische Tendenz. Der 14-Tage-Relative-Stärke-Index (RSI) liegt weiterhin unter der Marke von 50, was auf anhaltenden Abwärtsdruck hinweist. Die unmittelbare Unterstützung befindet sich beim 9-Tage-Exponentiellen Gleitenden Durchschnitt (EMA) bei 1,1554.
Auf der Oberseite liegt der Widerstand bei der psychologisch wichtigen Marke von 1,1600, gefolgt vom 50-Tage-EMA bei 1,1622.
Sollte die ZEW-Umfrage die Erwartungen übertreffen, könnte sie dem Euro kurzfristig Unterstützung bieten. Dennoch werden Händler ihren Fokus weiterhin auf die Inflationsdaten und die Kommentare der EZB richten, um eine klarere Orientierung in der Geldpolitik zu erhalten. Die weitere Entwicklung des EUR/USD wird außerdem von den wirtschafts- und geldpolitischen Ereignissen in den USA abhängen.