Geopolitische Ruhe schwächt die anfängliche Stärke des USD
USD gibt nach, da die Spannungen um Venezuela nachlassen; Marktstimmung stabilisiert sich Nur 48 Stunden nach der militärischen Operation der Vereinigten Staaten in Venezuela zeigt der Devisenmarkt nur begrenzte Nachwirkungen. Die anfängliche Flucht in den US-Dollar als sicheren Hafen am Montag erwies sich als kurzlebig, da erste Anzeichen eines Dialogs zwischen den USA und der venezolanischen Vizepräsidentin Delcy Rodríguez die wahrgenommene Wahrscheinlichkeit einer weiteren militärischen Eskalation verringerten. Laut ING-FX-Stratege Francesco Pesole justiert der Markt seine Einschätzung der geopolitischen Risiken neu.
Erste Einschätzung von ING: neutral bis leicht positiv für den USD Die Analysten von ING bewerten die kurzfristigen Auswirkungen der Entwicklungen in Venezuela auf den US-Dollar als neutral bis leicht positiv. Zwar sind die geopolitischen Risiken gestiegen, doch es werden keine wesentlichen Folgen für die US-Wirtschaft oder den Ölmarkt erwartet. Mittelfristig könnten jedoch fallende Rohölpreise den Dollar belasten, falls die Märkte ein höheres Ölangebot einpreisen.
Aktienmärkte und Daten treiben den USD-Rückgang Die starke Entwicklung der Aktienmärkte am Montag — trotz erhöhter geopolitischer Risiken — war ein entscheidender Faktor für den Abbau der zuvor erzielten USD-Gewinne. Auch Konjunkturdaten spielten eine Rolle:
Der ISM-Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe fiel im Dezember unter 48 und verzeichnete damit den vierten monatlichen Rückgang in Folge sowie den niedrigsten Stand seit Oktober 2024.
Der Auftragsbestand sank auf 45,8, was auf einen Lageraufbau und möglichen Druck auf den Arbeitsmarkt in den kommenden Monaten hindeutet.
Diese Zahlen deuten auf eine anhaltende Schwäche im US-Industriesektor hin und untermauern die Erwartungen einer vorsichtigen Geldpolitik.
Kurzfristiger Ausblick: moderate USD-Stärke dank saisonaler Unterstützung Trotz der raschen Umkehr der Safe-Haven-Nachfrage hält ING kurzfristig an einer moderat positiven Einschätzung für den US-Dollar fest. Saisonale Faktoren stützen die USD-Entwicklung typischerweise im Januar. Die gelassene Haltung des Marktes gegenüber geopolitischen Risiken lässt jedoch Risikoanlagen und hochvolatile Währungen anfällig für erneute Spannungen — sowohl in Lateinamerika als auch möglicherweise in Grönland.