Der letzte Monat war einer
Der letzte Monat war einer der volatilsten Zeiträume für den globalen Ölmarkt im Jahr 2026. Die Preise stiegen zunächst stark an, da Befürchtungen über Lieferunterbrechungen im Nahen Osten zunahmen. Anschließend fielen sie jedoch deutlich zurück, nachdem die geopolitischen Spannungen nachließen und sich die Erwartungen zur Angebotslage verbesserten.
Für Forex-Trader bleibt Rohöl einer der einflussreichsten Rohstoffe, da es direkt Währungen beeinflusst, die eng mit Rohstoffen verbunden sind, wie den kanadischen Dollar (CAD), die norwegische Krone (NOK) und den russischen Rubel (RUB). Darüber hinaus wirkt sich Öl auf Inflationserwartungen, Entscheidungen der Zentralbanken und die allgemeine Marktstimmung aus.
Zu Beginn des Monats trieben zunehmende Spannungen im Zusammenhang mit dem Iran sowie Sorgen über den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus die Ölpreise deutlich nach oben.
Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Routen der Welt für den maritimen Transport von Rohöl. Jede Bedrohung dieser strategischen Zone erhöht unmittelbar die geopolitische Risikoprämie am Energiemarkt.
Mit zunehmender Unsicherheit begannen Trader, die Möglichkeit von Lieferunterbrechungen stärker einzupreisen. Dies führte zu einem kräftigen Anstieg der Preise für Brent und WTI.
Trotz der anfänglichen Rallye änderte sich die Marktstimmung in der zweiten Monatshälfte deutlich.
Mehrere Faktoren trugen zu dieser Wende bei:
Diplomatische Bemühungen reduzierten die unmittelbare Angst vor einem langanhaltenden regionalen Konflikt.
Der Tankerverkehr durch die Straße von Hormus erholte sich schneller als erwartet.
Die Produzenten am Golf stellten rasch einen Teil ihrer Exportkapazitäten wieder her.
Die Erwartungen nahmen zu, dass iranische Ölexporte schrittweise steigen könnten.
Als die Sorgen um das Angebot nachließen, verschwand die geopolitische Prämie, die die Preise zuvor nach oben getrieben hatte, fast genauso schnell, wie sie entstanden war.
Obwohl geopolitische Schlagzeilen einen großen Teil der Marktbewegung bestimmten, blieb OPEC+ ein wichtiger Faktor für die Erwartungen der Investoren.
Die Organisation hielt an ihrer Einschätzung fest, dass die globale Ölnachfrage im Jahr 2026 weiter wachsen werde, während das Produktionswachstum außerhalb der OPEC relativ begrenzt bleiben dürfte.
Trader konzentrierten sich jedoch stärker auf kurzfristige Verbesserungen beim Angebot als auf langfristige Nachfrageprognosen.
Das Angebot war nicht der einzige relevante Faktor.
Auch Sorgen über eine globale Konjunkturabschwächung belasteten die Ölpreise.
Zu den wichtigsten Belastungsfaktoren gehörten:
Eine Verlangsamung der Industrieaktivität in Europa.
Ein schwächerer Kraftstoffverbrauch in China.
Das anhaltende Wachstum von Elektrofahrzeugen.
Die anhaltende Unsicherheit im globalen verarbeitenden Gewerbe.
Infolgedessen begannen viele institutionelle Investoren, ihren Fokus vom Risiko einer Knappheit auf die Möglichkeit eines zukünftigen Angebotsüberschusses zu verlagern.
Öl steht in enger Verbindung mit dem Devisenmarkt.
Fallende Ölpreise üben in der Regel Abwärtsdruck auf die Währungen energieexportierender Länder aus, insbesondere auf den kanadischen Dollar.
Gleichzeitig können sinkende Energiekosten die Inflationserwartungen verringern, was zukünftige geldpolitische Entscheidungen der großen Zentralbanken beeinflussen könnte.
Aus diesem Grund bleibt Öl einer der meistbeobachteten Vermögenswerte für Forex-Trader.
Aus technischer Sicht ist Öl in eine bärische Korrekturstruktur übergegangen, nachdem es seine jüngsten Höchststände nicht halten konnte.
Die jüngste Kursbewegung deutet darauf hin, dass:
Verkäufer weiterhin die mittelfristige Trendrichtung kontrollieren.
Das Momentum deutlich nachgelassen hat.
Erholungsversuche aggressiv verkauft wurden.
Wichtige Unterstützungszonen zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Solange Käufer wichtige Widerstandsniveaus nicht zurückerobern können, dürften Erholungen weiterhin eher als Korrekturbewegungen betrachtet werden und nicht als Beginn eines neuen Aufwärtstrends.
Mehrere große Finanzinstitute haben ihre Ölprognosen zuletzt nach unten revidiert.
Die wichtigsten Gründe dafür sind:
Eine schnellere Erholung der Exporte im Nahen Osten.
Eine Verbesserung der Schifffahrtsaktivität.
Eine starke Produktion in den Vereinigten Staaten.
Eine schwache Nachfrage aus China.
Erwartungen eines möglichen globalen Angebotsüberschusses in der Zukunft.
Diese Revisionen zeigen, dass Marktteilnehmer vorsichtiger gegenüber einem nachhaltigen Preisanstieg geworden sind.
Mit Blick auf die kommenden Wochen dürfte der Markt weiterhin stark von Ereignissen abhängig bleiben.
Trader werden besonders auf folgende Faktoren achten:
Produktionsentscheidungen von OPEC+.
Berichte zu den Rohöllagerbeständen in den USA.
Erwartungen zur Geldpolitik der Federal Reserve.
Wirtschaftsdaten aus China.
Neue geopolitische Spannungen im Nahen Osten.
Wenn die geopolitischen Risiken unter Kontrolle bleiben und sich das Angebot weiter normalisiert, könnten die Ölpreise unter Druck bleiben.
Jede unerwartete Störung bei Exporten oder Schifffahrtsrouten könnte jedoch erneut eine geopolitische Prämie in den Markt bringen und eine neue Phase bullischer Volatilität auslösen.
Im vergangenen Monat wechselte der Ölmarkt von einer Phase angstgetriebener Käufe zu einer Phase angebotsorientierter Verkäufe.
Obwohl geopolitische Risiken nicht vollständig verschwunden sind, scheint der Markt derzeit stärker über ein Überangebot besorgt zu sein als über eine Knappheit.
Für Forex-Trader bedeutet dies, dass sowohl makroökonomische Indikatoren als auch geopolitische Entwicklungen weiterhin genau beobachtet werden müssen. Öl wird wahrscheinlich auch in den kommenden Wochen einer der einflussreichsten Vermögenswerte für die Finanzmärkte bleiben.