Mehrere Entwicklungen beeinflussen den Devisenmarkt
1. Indische Rupie stärkt sich durch Intervention der Zentralbank
Die indische Rupie verzeichnete ihren größten wöchentlichen Gewinn gegenüber dem US-Dollar seit 19 Monaten. Dieser Anstieg ist hauptsächlich auf die erhebliche Intervention der Reserve Bank of India (RBI) auf dem Devisenmarkt zurückzuführen, die darauf abzielt, die Währung angesichts wirtschaftlicher Herausforderungen zu stabilisieren. Schätzungen zufolge hat die RBI zwischen 10 und 11 Milliarden US-Dollar verkauft, um die Rupie zu stützen. Analysten gehen davon aus, dass die entschlossenen Maßnahmen der RBI die Volatilität verringern und der Rupie kurzfristig eine stabilere Grundlage bieten werden.
2. Deutsche Bank wegen Fehlberatung bei Devisenderivaten bestraft
Die spanische Finanzmarktaufsicht hat gegen die Deutsche Bank eine Geldstrafe von 10 Millionen Euro verhängt, da sie zwischen 2018 und 2021 komplexe Devisenderivate an Firmenkunden verkauft hat, ohne diese ausreichend über die Risiken aufzuklären. Die Verstöße wurden als "sehr schwerwiegend" eingestuft, da einige Kunden erhebliche Verluste erlitten haben. Die Deutsche Bank plant, gegen die Entscheidung Berufung einzulegen, und betont, dass sie ihre Prozesse und Kontrollmechanismen seitdem verbessert habe.
3. Gestiegene Absicherungskosten für britische Fondsmanager
Eine aktuelle Umfrage von MillTechFX zeigt, dass 88 % der britischen Fondsmanager im Jahr 2024 ihre Investitionen gegen Währungsrisiken abgesichert haben – ein Anstieg gegenüber 75 % im Vorjahr. Zudem berichteten 84 % von höheren Kosten für diese Absicherungen. Die Schwankungen des britischen Pfunds, das im April mit 1,2296 US-Dollar seinen Jahrestiefststand und im September mit 1,3384 US-Dollar ein 2,5-Jahreshoch erreichte, haben die Fondserträge erheblich beeinflusst. Das starke Pfund hat es britischen Fondsmanagern erleichtert, in US-Dollar notierte Anlagen zu erwerben.
4. Rechtliche Herausforderungen in der Forex-Handelsbranche
Die Union Standard International Group (USG), ein ehemaliger Sponsor des Fußballclubs Sheffield United, wurde für schuldig befunden, Kunden zu riskanten Devisengeschäften gedrängt zu haben, die zu erheblichen Verlusten führten. Das australische Bundesgericht stellte fest, dass USG nicht im besten Interesse seiner Kunden handelte, von denen viele unerfahrene Anleger waren. In einem separaten Fall sieht sich Andrew Budzinski, Gründer von IC Markets, einer Sammelklage gegenüber, die ihm den Verkauf hoch gehebelter Finanzprodukte ohne ausreichende Risikokommunikation vorwirft. Budzinski bestreitet die Vorwürfe und plant eine energische Verteidigung.
5. Mögliche Auswirkungen der US-Politik auf den russischen Rubel
Der russische Rubel war Anfang 2025 die stärkste Währung unter den Schwellenländern, trotz anhaltender Sanktionen im Zusammenhang mit dem Ukraine-Konflikt. Präsident Trumps Versprechen, den Krieg schnell zu beenden, könnte zu einer teilweisen Aufhebung der westlichen Sanktionen führen, was durch erneute ausländische Investitionen und Exportaktivitäten den Rubel stärken könnte. Allerdings könnte eine aufgeschobene Importnachfrage auch Herausforderungen für die Stabilität der Währung mit sich bringen.